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Wohngemeinschaft (WG)

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Wohngemeinschaften sind in der Regel unter Studenten, Singles und auch Senioren anzutreffen. Bei der Gründung von Wohngemeinschaften steht nicht zu letzt die Möglichkeit einer Mietreduzierung mit zur Debatte.

Bei Wohngemeinschaften kann es mitunter zu Unstimmigkeiten hinsichtlich zu Fragen bei der Haftung von auftretenden Schäden. Bei der Festlegung von Wohngemeinschafts- Mietverträgen gibt es in der Praxis drei verschiedene Möglichkeiten.

Nur Hauptmieter

Der Vermieter schließt in diesem Falle mit jedem WG-Bewohner einen Mietvertrag ab. Dabei ist jeder einzelne Mieter dann auch gesamtschuldnerisch für die Miete haftbar. Beim Ausfall der Zahlung einer anteiligen Miete eines WG- Bewohners hat der Vermieter das Recht diesen ausstehenden Mietanteil von den anderen WG-Bewohnern einzufordern.

Erfolgt eine Kündigung durch den Vermieter ist er verpflichtet jedem einzelnen WG-Bewohner zu kündigen. Umgekehrt kann nicht ein einzelner Bewohner sein Zimmer allein kündigen, sondern es muss die gesamte Wohnung gekündigt werden.

Solch Mietverhältnis kann schnell zu Unstimmigkeiten führen. In der Praxis setzen die WG-Bewohner im Einverständnis einen Vertrag auf, in dem alle Regelungen fest geschrieben sind.

Haupt- und Untermieter

Bei diesem Mietverhältnis wird zwischen dem Vermieter und einem einzigen Bewohner der WG ein Mietvertrag ab. Dieser Hauptmieter schließt dann im Nachhinein mit allen anderen Bewohnern der WG einzeln Mietverträge ab. Die Bewohner sind dann im eigentlichen Sinne die Untermieter des Hauptmieters.

Der Hauptmieter ist für die Mietzahlung gegenüber dem Vermieter verantwortlich. Bei Mietausfall eines Untermieters hat er das Recht die fällige Miete gerichtlich einzuklagen.

Nachteilig für den Hauptmieter ist ebenfalls, dass er selbst bei Leerstand eines Zimmers für die Miete aufkommen muss.

Kündigt der Hauptmieter das Mietverhältnis mit dem Vermieter, dann sind auch die bestehenden Mietverträge der Untermieter hinfällig. Für eine weitere Fortsetzung des Mietverhältnisses müssen die Untermieter mit dem Vermieter verhandeln.

In der Praxis wird von dem Vermieter in Wohngemeinschaften ein Mieterwechsel akzeptiert, da in den meisten Fällen die Mietverhältnisse nur von kurzer Dauer sind.

Aber auch hier hat der Vermieter das Recht Nachmieter abzulehnen. Gründe dafür kann die Unzumutbarkeit des Nachmieters für den Vermieter sein, wenn dieser unter anderem Zweifel an der Zahlungsfähigkeit des Nachmieters hat.

Einzelmietverträge

Der Vermieter kann normalerweise auch mit jedem einzelnen Bewohner der WG einen Mietvertrag abschließen. In der Regel finden solche Mietverträge in der Praxis selten Anwendung. Nachteile solcher Mietverträge sind beispielsweise, dass bei einem Leerstand eines oder auch mehrerer Zimmer, die Miete dann nicht auf die anderen Bewohner umgelegt werden kann.

Bei einem Mieterwechsel können die Bewohner der WG nicht selbstständig einen neuen Nachmieter aussuchen.