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Mietspiegel

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Der Vermieter kann eine Mieterhöhung nur im Rahmen bis zur Höhe der ortsüblichen Vergleichsmiete durchführen. Wird diese Höhe um mehr als 20 Prozent überschritten, dann liegt in diesem Fall Mietwucher vor. Es besteht dann der Tatbestand einer Straftat. Der Mieter hat dann das Recht im Nachhinein die zuviel gezahlte Miete zurückzufordern. Allerdings besteht dieses Recht nur, wenn aufgrund von Wohnungsknappheit der Mieter gezwungen war die Wohnung zu mieten.

Seit September 2001, dem Inkrafttreten der neuen Mietrechtsreform werden in den Gemeinden Mietspiegel erarbeitet. Darin werden alle gezahlten Mieten festgehalten.

Den Mietspiegel gibt es in verschiedenen Formen.

Im ein fachen Mietspiegel werden alle Mietpreise festgehalten. Vertreter der Mieter, Vermieter und Gemeinden legen hier alle zwei Jahre die Preisspannen der Miete fest. Der einfache Mietspiegel wird in der Praxis am häufigsten genutzt.

Daneben gibt es dann noch den qualifizierten Mietspiegel. Er wird gemäß dem BGB nach wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt. Dabei werden alle aktuellen Mieten und ebenfalls die Entwicklung des Preisindexes für die Lebenshaltung herangezogen. Der qualifizierte Mietspiegel wird in der Regel alle vier Jahre neu erstellt und von den Vertretern der Gemeinde, Vermieter und Mieter anerkannt. Durch diesen Mietspiegel können marktnahe Mietpreise erstellt werden.

Weiterhin können zur Berechnung von Mieten auch die so genannte Mietdatenbank Verwendung finden. In dieser Datenbank ist eine fortlaufende Sammlung von Mieten enthalten. Die gesammelten Daten werden ständig aktualisiert. Auch die Mietdatenbank wird von den Vertretern der Gemeinde, Mieter und Vermieter anerkannt. In der Praxis findet sie allerdings wenig Verwendung.

Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass der Vermieter bei einer beabsichtigten Mieterhöhung sich dabei auf mindestens drei Vergleichswohnungen oder ein Gutachten eines Sachverständigen bezieht, auch wenn ein Mietspiegel vorhanden ist. Allerdings muss er dann im Mieterhöhungsschreiben angeben, dass ein solcher Mietspiegel in der Gemeinde vorhanden ist.

Ein Mietspiegel listet Wohnungen mit unterschiedlichen Wohnraumgrößen, Baujahren und Ausstattungen auf.

Mitunter werden von den Gemeinden die erstellten Mitspiegel auch im Internet veröffentlicht. Vorteil darin besteht, dass in kürzester Zeit ein Vergleich der Mieten erfolgen kann.