lexikon-recht.de» Lärmbelästigung

Lärmbelästigung

mietrecht-hilfe.de

- Anzeige -

Lärmbelästigungen in Mietshäuser sind die häufigsten Ursachen für Nachbarschaftsstreitigikeiten und Auseinandersetzungen. Jeder Mieter einer Mietsache hat gemäß BGB § 906 ein Anrecht auf Ruhe, allerdings sind die dabei ortsüblichen Beeinträchtigungen durch Lärm zu akzeptieren. Zu solchen ortsüblichen Beeinträchtigungen zählen unter anderem Verkehrsgeräusche, aber auch Geräusche von im Mietshaus vorhandenen Gaststätten. Der Vermieter hat bei Abschluss eines Mietvertrages dabei die Pflicht jeden Mieter auf solche Beeinträchtigungen hinzuweisen.

Erhöhte Belastungen durch, wie beispielsweise unangemessene Lautstärke von Fernsehen und Radio, muss ein Mieter nicht dulden. Der Vermieter kann gegen solche Ruhestörungen mit verschiedenen Rechtsmitteln vorgehen. Er hat dabei die Möglichkeit einer Unterlassungsklage oder einer Abmahnung der Mieter. Nach erfolgter Abmahnung hat der Vermieter dann das Recht auf eine fristlose Kündigung des Mietverhältnisses, sollte der Mieter keine Einsicht zeigen.

Aber auch der Mieter einer Mietsache hat das Recht bei einer Beeinträchtigung der Wohnqualität durch Lärm eine Mietminderung durchzusetzen. Dieses Recht auf Mietminderung besteht auch, wenn nicht der Vermieter selbst für die Ruhestörung verantwortlich ist, sondern ein Mieter im selben Haus. Die Höhe der Mietminderung richtet sich nach Art der Störungen, der Dauer und der Häufigkeit.

In manchen Fällen entstehen auch Streitigkeiten bezüglich Geräusche von spielenden und tobenden Kindern. Solche „Störungen“ werden in der Regel als vertretbar eingestuft. Sie sind als normale Lebensäußerung anzusehen.

Generell sind aber die festgelegten Ruhezeiten von 22 Uhr bis 7 Uhr morgens, sowie von 13 Uhr bis 15 Uhr einzuhalten.