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Heimliche Vaterschaftstests – strafbar?

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Ein heimlicher Vaterschaftstest hat vor Gericht keinerlei Verwendungsmöglichkeit, ist jedoch nicht strafbar. Zwar wird das Persönlichkeitsrecht des Kindes gemäß Grundgesetz stark eingeschränkt durch die heimliche Entnahme der Probe und den darauf folgenden heimlichen Vaterschaftstest, jedoch stellt die heimliche Entnahme einer Speichelprobe oder Haarprobe keinen Straftatbestand dar.

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass heimliche Vaterschaftstests auch weiterhin nicht als Beweismittel vor Gericht zugelassen werden. Nunmehr steht sogar ein neuerliches Gesetz im Raume, welches die heimlichen Vaterschaftstests komplett verbieten will, sprich im Falle einer Zuwiderhandlung ein Straftatbestand vorliegen soll. Jetzt mal ganz ehrlich: Welche Möglichkeiten hat ein Scheinvater denn noch, seine Vaterschaft anzuzweifeln? Zunächst muss er objektiv darlegen, dass er nicht der Vater sein kann. Zur Einreichung einer Vaterschaftsanfechtungsklage muss er einen begründeten Umstand benennen, der seine Vaterschaft auszuschließen gedenkt. Selbst wenn ein privater oder auch heimlicher Vaterschaftstest schwarz auf weiß vorliegt, erkennt das Gericht diesen aufgrund formeller Schwierigkeiten nicht an – wie gesagt, dass Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass heimliche Vaterschaftstests vor Gericht nicht zugelassen werden dürfen – und der Scheinvater muss ich einen anderen Umstand aussuchen und versuchen, diesen zu beweisen.

Aber was kann man denn einem Vaterschaftstest noch beifügen. Mehr als einen getesteten DNA-Beweis kann man doch gar nicht erbringen?

Dieses Thema ist sehr umstritten. Die einen sagen, das Urteil ist richtig, das Persönlichkeitsrecht des Kindes wird derart eingeschränkt, dass der Kindesvater – hat er einen heimlichen Vaterschaftstest durchgeführt – auf die Strafbank gesetzt werden soll, andere Menschen sind der Meinung, dass ein Vaterschaftstest, und sei er auch heimlich, die einzige Möglichkeit eines Scheinvaters ist, seine Vaterschaft völlig auszuschließen und dies auch schwarz auf weiß zum Beweis zu bringen. Demgemäß sollte es nicht strafbar sein, einen heimlichen Vaterschaftstest durchzuführen.

Jeder kann seine Meinung äußern, aber tragend ist die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes, und dementsprechend kann mit einem heimlichen durchgeführten Test kein Verfahren betrieben oder gar „gewonnen“ werden.