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Die Unterhaltsrechtsreform 2007

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Mit der Unterhaltsrechtsreform 2007 will die Bundesregierung der Tatsache Rechnung tragen, dass die Ehe keine Institution von Dauer ist und es sich in den letzten Jahren gezeigt hat, dass Bedarf besteht an den gesetzlichen Regelungen etwas zu verändern. Insbesondere der Stand geschiedener Ehefrauen aus Zweitehen, der der Kinder und der Mütter, die gar nicht verheiratet waren, sollte verbessert werden.
Der in der Ehe erworbene Lebensstandard soll nicht mehr die Grundlage für die Berechnung des zu zahlenden Unterhalts sein. Die Familiengerichte erhalten größeren Spielraum und entscheiden jetzt im Einzelfall, wie lange jemand Unterhalt zahlen soll, die Zahlung kann also zeitlich begrenzt werden und die Gerichte entscheiden auch darüber, wann für eine geschiedene Mutter der Zeitpunkt der Rückkehr in den eigenen Beruf nach der Kindererziehungszeit wieder zumutbar ist.
Mit der Unterhaltsrechtsreform soll die klassische lebenslange Versorgungsehe, die es auch in der Realität nicht mehr gibt, abgeschafft werden.
Mit der Reform wurden die Kinder begünstigt. Bei einer Ehescheidung sind sie in ihren Unterhaltsansprüchen nicht mehr den Müttern gleich gestellt, sondern sie stehen jetzt auf dem ersten Rang. Erst wenn der zur Unterhaltszahlung Verpflichtete diese Zahlung geleistet hat, folgen die Unterhaltszahlungen an frühere Ehepartner. Den nächsten Rang erhalten Mütter, die Kinder zu versorgen haben und erst an letzter Stelle folgen Exehepartner aus kinderlosen Ehen. Weiterhin sind nach der Reform erste und zweite Ehefrauen in ihren Unterhaltsansprüchen, vorausgesetzt sie betreuen Kinder, gleichgestellt.
Der Kindesunterhalt ist vorrangig. Weiterhin verbessert haben sich die Unterhaltsansprüche für nicht verheiratete Mütter. Der ihnen zu zahlende Betreuungsunterhalt geht über die bisherigen drei Jahre hinaus.